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Tag der Diakonin

„Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.“                                                           Gal 3, 27-28

Seit 1998 feiert der KDFB jährlich am 29. April den Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena (Kirchenlehrerin) als Tag der Diakonin. Die diözesanweite Feier fand heuer in St. Anton mit einem Wortgottesdienst statt, die der ständige Diakon Dr. Anselm Blumberg begleitete.

In der Predigt von Prof. Dr. Rowena Roppelt (Liturgik, Dogmatik, Religionspädagogik an der KU EI-IN) kam mehrfach zum Ausdruck, dass die katholische Kirche ihre Glaubwürdigkeit und Zukunftsfähigkeit nur zurückgewinnen kann, wenn Frauen in das Amt zur Diakonin berufen werden. Eine hohe Symbolik zeigte sich in der gemeinsamen Tauferneuerung, Kraft derer wir alle als Christ*Innen gesandt sind und dem anschließenden Entzünden unserer Kerzen an der Osterkerze, einzeln überreicht mit den Worten „Auch Du bist Prophetin“.

In den Fürbitten wurden alle Missstände, die Frauen weltweit erleben oder erleiden, vor Gott gebracht.

Im anschließenden Vortrag von Dr. Elfriede Schießleder (Dipl. Theologin und ehem. Bay. Landes- sowie Vize-Bundesvorsitzende des KDFB) im Pfarrsaal zeigte sie uns zahlreiche Argumentationsstränge zu bekannten Gegenargumenten zum Amt der Diakonin auf. Sie erwähnte viele Frauen aus der Kirchengeschichte, z.B. aus dem Neuen Testament, aus den Paulus-Briefen, die Heilige Walburga sowie weitere Äbtissinnen, die lange Zeit den Bischöfen mit ihren Rechten gleichstanden.

Frauen und Männer sind zwar gesellschaftlich gleichberechtigt, in der Kirche herrscht jedoch jahrhundertelange Diskriminierung trotz sozialer, caritativer, ja diakonischer Arbeit von und durch Frauen. Der seit über 50 Jahren geäußerte Wunsch nach dem Diakonat der Frau seitens des KDFB und dem ZdK findet nun seine Unterstützung in der Vorlage des Synodalforums auf der 3. Synodalversammlung (03.-05.02.22) für den Handlungstext „Diakonat der Frau“.

Sonja Sieblitz und Claudia Bergmaier-Steinhilber

-> weitere Fotos in der Bildergalerie!


Am Ostermorgen

Am Ostermorgen schwang die Lerche
sich auf aus irdischem Gebiet
und, schwebend überm stillen Pferche
der Hirten, sang sie dieses Lied:
Erwacht! Die Nacht entflieht.
Das Licht zerbricht
die Macht der Nacht;
erwacht ihr Lämmer all, erwacht,
auf feuchtem Rasen kniet!

Es ward von einem Osterlamme
getan für alle Welt genug,
das blutend an dem Kreuzesstamme
die Schuld der ganzen Herde trug.
Des Sieges Stunde schlug!
Das Grab, es gab
den Raub vom Staub
zurück; nun weidet grünes Laub,
ihr Lämmer fromm und klug!

Der Baum des Lebens, fluchbeladen,
stand abgestorben, dürr und tot.
Des Lammes Blut ihn mußte baden;
nun wird es blühend rosenrot.
Gewendet ist die Not!
O seht, her geht
der Hirt, der wird
die Herde weiden unverirrt
im neuen Morgenrot.

Friedrich Rückert (1788-1866)